33 - 22 - 55 - Eine Reise durch die Jahre meiner Selbständigkeit

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Noch einmal zurück und dann nach vorne – oder wie als 11-jährige mein Weg begann…

Wenn ich in 11-er Schritten zurück gehe, komme ich natürlich auch zurück zu dem dem 11 Jahre alten Mädchen, das 1976 gerade anfing Tagebuch zu schreiben und begann regelmässig zu meditieren…. Und das kam so:

Nach der Scheidung meiner Eltern bekam meine Mutter von einer guten Bekannten den Rat es doch mal mit TM (Tranzendentaler Meditation) zu versuchen, denn das würde die Nerven beruhigen. Meine jüngere Schwester und ich sollten mitkommen und ein persönliches Mantra und eine eigene Meditationseinweihung erhalten, auf die ich sehr neugierig war.

Ich hatte zu diesem Zeitpunkt schon angefangen einiges an Erwachsenenliteratur durchzulesen, da ich als absolute Leseratte die Kinder- und Jugendabteilung in unseren Bücherbus, der einmal die Woche in unsere Siedlung am äußersten Rand von Hamburg kam, schon komplett durchgeackert hatte.


So war ich ein junger Fan von Hermann Hesse geworden und hatte besonders „Siddhartha“ verschlungen und stellte mir nun etwas ähnliches für meine weitere spirituelle Entwicklung vor. Also begann ich regelmässig zu meditieren. Und ich wurde mit zwölf Jahren überzeugte Vegetarierin, weil ich schon früh ein tiefes Mitgefühl mit den Tieren entwickelt hatte.

Für mich war es wie ein Nach-Hause-kommen in einer Welt, die ich bis dahin mit niemandem teilen konnte. Ich war sehr frei und naturverbunden groß geworden als Kind von Eltern, die in der damaligen Studentenbewegung engagiert waren und einen anti-autoritären Erziehungsansatz verfolgten. Aber alles was mit Religion oder Spiritualität zu tun hatte, war halt „Opium fürs Volk“ und wurde eher verlacht oder ignoriert, war jedenfalls bei uns zu Hause ein unmögliches Gesprächsthema.


Und auch wenn noch schwierige Zeiten vor mir lagen und noch ganz andere spirituelle Wege mich inspirieren sollten, gab es von an diese Verankerung in diesem Wissen, dass es diesen Weg gibt und dass ich nicht die einzige bin, die diese Erfahrungen sucht und erlebt, die nicht so einfach zu erklären sind.

Wenig später zogen wir um, mehr in die Stadt hinein und lag auch schon meine erste große Jugendliebe hinter mir. Ich übersprang eine Klassenstufe und kam in Kreise viel älterer Freunde, die, auf der Suche nach spirituellen Erfahrungen, mit allerlei Substanzen experimentierten…

Nach einer eher unfreiwilligen psychedelischen Nacht mit 16 Jahren alleine im Wald, die mir allerdings eine wundervolle Einheitserfahrungen mit der Natur ermöglichte, beschloß ich danach, dass diese Erfahrungen real sein müssen und daher auch auf anderen Wegen zugänglich sein müssen.

Mit dieser inneren, klaren Erkenntnis machte ich mich auf den Weg und kam unter anderem sehr bald in Kontakt mit den dynamischen Meditationen von Osho und dem Rebirthing, einer therapeutischen Atemmethode, die sehr frühe Erinnerungen an die Oberfläche bringt.

Mir halfen nach einigen unguten persönlichen Erfahrungen diese Meditationen sehr, wieder ins Leben zurück zu finden und mich endgültig von den Freundeskreisen abzuwenden, die mir nicht gut taten.


Musikalisch war ich dem Punk und dem damaligen New Wave sehr zu getan und so war ich als gerade mal 17-jährige in roten Punk-Klamotten in Osho-Kreisen unterwegs, merkte aber noch bevor ich 18 wurde, dass es nicht mein Weg war mich diesem Guru anzuschließen.

Mit 17 Jahren hatte ich dann auch mein Abitur in der Tasche und wie bereits im letzten Blogartikel beschrieben, fing ich an Germanistik mit Schwerpunkt Theaterwissenschaften zu studieren und fand überhaupt nicht das, was ich suchte – nämlich meine geliebte Literatur tiefer zu erforschen und vielleicht auch irgendwann zu inzenieren – sondern eine rein intellektuelle, literaturwissenschaftliche Herangehensweise an die Autorinnen und Autoren, die ich so bewunderte. Aus verschiedenen Gründen fiel ich erstmal in ein tiefes Loch…


Ein älterer Freund von mir tat genau das Richtige, als er mich in die Lebensgemeinschaft „Mutter Erde e.V.“ vermittelte, wo ich dann als Haushalts- und Gartenhilfe im Siegener Land tätig wurde und meine Releasing-Ausbilder Doc und Ruth Lindwall kennen lernte, aber auch die Natur, Mutter Erde und den wunderbaren Wald als meine Kraftquelle bewusst wieder entdeckte…..

Und so kam es, dass ich schon früh, zunächst als Assistenz in den Releasingseminaren von Doc und Ruth Lindwall, andere Menschen begleitete und mich erneut auf den Weg machte hinaus in die Welt, um zu studieren, zu wachsen und eines Tages Seminarleiterin und Ausbilderin zu werden…..

Aber davon dann später mehr…

Wie ich den Releasing-Begründer Dr. Isa Lindwall kennen lernte, der heute seinen 102. Geburtstag hätte…

Nachdem ich bereits mit 17 Jahren mein Abitur und die Idee hatte ans Theater zu gehen, um Regisseurin zu werden, begann ich ich zunächst in Hamburg mit einem Germanistikstudium mit dem Schwerpunkt Theaterwissenschaften und fand es nur schrecklich.

Es wurden Bücher über die Bücher über die Bücher gelesen, es war alles sehr theoretisch, anonym und einsam, sodass ich auch noch aus verschiedenen anderen Gründen in ein tiefes Loch fiel, aus dem mich ein älterer Freund heraus lupfte und mich als Haushaltshilfe in einen Verein „Mutter Erde e.V..“ in ein kleines Dorf ins Siegener Land vermittelte.

Dort hatte ich die Aufgabe den Garten nach Findhorn-Art zu betreuen, Seminare zu bekochen und die Kinder der Leiterin zu hüten. Im Austausch konnte ich an den therapeutischen Gruppen von ihr teilnehmen und konnte 1984 auch bei einem der ersten Seminare von Doc und Ruth, wie Dr. Isa und Yolanda Lindwall damals genannt wurden, aus den USA in Deutschland dabei sein.


Doc und Ruth bestanden fortan darauf, dass ich statt in der Küche zu kochen, in ihren Seminaren assistiere und sie wurden so etwas wie meine zweiten Eltern, die mich auf eine sehr liebevolle Weise durch viele Heilungsprozesse und dann raus in die Welt begleiteten.

Ich kann mich noch gut an eine Situation in einem meiner ersten Releasingseminare erinnern, in dem ich in einer Ecke des Raumes einen Mann durch einen tiefen Releasingprozess begleitete, der sich körperlich sehr eingeengt fühlt und ich hatte immer das Bild einer Werbung für Belmondo-Schuhe vor Augen, die damals überall hing, in der eine Mumie mit schicken Schuhen zu sehen war. Und Isa kam aus der anderen Ecke des Raumes und sagte zu mir: „Tell him to release all the effects of beeing mumifized in Egypt!“ Von da an lernte ich mehr meiner Intuition zu vertrauen, so wie sie sich gerade zeigt….

Eine andere Szene mit „Doc“, an die ich mich noch heute erinnere, war in diesem wundervollen Findhorn-Garten, den ich hegte und pflegte, wo wir draußen in der Pause zusammen saßen und er an fing zu kichern und zu lachen und uns erzählte, was das kleine Volk so Lustiges in diesem Garten anstellte. Ich konnte die Präsenz immer wieder spüren und fühle bis heute die kleinen Leute mehr, als dass ich sie sehe, aber auch da lernte ich von ihm fortan mehr meiner Wahrnehmung zu vertrauen.

Seit den ersten Seminaren begann sich eine Gruppe von jüngeren StudentInnen um Isa und Yolanda zu sammeln und wir praktizierten in Übungstreffen sehr intensiv miteinander weiter, wenn Isa und Yolanda nicht in Deutschland waren. 

Bald begann ich auch Menschen Releasingeinzelsitzungen zu geben und erste Übungsgruppen für TeilnehmerInnen der Seminare anzubieten. 1985 begann ich dann in Hildesheim das Studium der Kulturpädagogik, von dem ich durch andere junge ReleaserInnen erfahren hatte. 

Dort gab es wirklich angewandte Theaterwissenschaften, allerdings verschob sich dann mein Studienschwerpunkt bald auf das Kreative Schreiben und die Analytische Psychologie C.G. Jungs….. aber davon später mehr in diesem Blog!

Noch heute begleitet mich das Releasing als innere Haltung der bedingungslosen Liebe gegenüber allem Lebendigen, die ich besonders von Dr. Isa Lindwall immer wieder selber erfahren und in der Praxis erlebt habe. Auch wenn ich keine Releasingsitzungen und Seminare mit dieser klassischen Methode mehr gebe, fließt diese Haltung und das Prinzip des Loslassens weiter sehr in meine Arbeit mit ein, zum Beispiel in Naturitualen und Medicinewalks zum Thema Loslassen oder auch in meinen Familienkursen im Umgang mit den Kindern und Familienthemen.

Und die Dankbarkeit  Doc Isa Lindwall als Lehrer, Mensch und positive Vaterfigur so intensiv an meiner Seite gehabt zu haben und seine Unterstützung immer noch aus der Anderswelt zu spüren, ist unendlich groß…

Wie die Bäume mir auf meinem Weg als Selbstständige und als Mutter Kraft und Klarheit geben…

Nachdem ich mir mehr Gedanken machte über die 11-er Rhythmen in meinem Leben, wurde mir bald sehr klar, wie einschneidend die Erfahrungen waren, die ziehmlich genau vor 11 Jahren ihren Anfang nahmen.

Und in gewisser Weise begann genau vor 11 Jahren mein Weg mit der heilenden Kraft der Bäume,  denn zu dieser Zeit erfuhr ich von meiner Schwangerschaft mit meinem jüngsten Sohn, die von Anfang an eine große Herausforderung war. Nachdem ich mehrere Fehlgeburten hatte, war natürlich sofort die Sorge groß, auch dieses Kind wieder zu verlieren. 

Gleichzeitig war ich als Selbstständige mitten im Aufbau meiner Freien Akademie auf dem Weg, die bereits zwölf Honorrarkräfte und eine feste Angestellte hatte und nebenbei schrieb ich mein zweites Buch…

Kaum waren die heiklen ersten drei Monate rum, begannen die neuen Sorgen um das Leben meines Kindes nach einem auffälligen Organscreening in der 21. SSW…

In dieser schwierigen Schwangerschaft hat mir bereits sehr meine Beziehung zur Natur, zu meinen schamanischen Krafttieren und zu bestimmten Kraftorten, vor allem unter Bäumen geholfen, an denen ich Kraft, Einsichten und Sinnbilder in der Natur für meine Situation fand.

Besonders dann nach der Frühgeburt meines Sohnes in der 30. SSW war eine alte Buche im Krankenhauspark wie eine wohltuende, weise Großmutter für mich. Bei ihr fand ich Geborgenheit, Trost und Unterstützung in den Zeiten, wo ich nicht bei meinem Sohn in der Intensivstation sein durfte – und das waren leider viele.

Als er nach einem Jahr endlich aus der Intensivstation nach Hause entlassen wurde, waren wir regelmässig ganze Tage im Wald, es gab auch eine sehr schöne Waldtaufe, noch mit Monitor und Sauerstoffflasche dabei…

In diesen ersten Jahren hatte ich dann sehr wenig Zeit für Meditation, schamanische Trommelreisen oder andere zeitaufwendige Methoden in meine Kraft zu kommen und Klarheit zu finden. Aber Waldgänge mit Fragen zu verbinden, sogenannte Medicinewalks in der Natur, haben mich in diesen Jahren unglaublich gestärkt und mir immer wieder Antworten auf existentielle Fragen gegeben.

In dieser Zeit musste ich auch meine Freie Akademie als Teilinsolvenz abwickeln und meine gesamte Selbstständigkeit neu organisieren. Gleichzeitig erschien auch ziehmlich unbeachtet mein zweites Buch „Dem Ruf der Seele folgen“.

Und auch wenn mein Mann komplett Elternzeit genommen hatte, waren wir beide extrem gefordert in diesen ersten Jahren mit der Begleitung eines Kindes mit Mehrfachbehinderung. Besonders mit den ständigen Ängsten umzugehen, war meine größte Herausforderung, wo die Bäume und die Natur meine wichtigsten GesprächspartnerInnen und UnterstützerInnen waren.  

Dem beruflichen Höhenflug war damit ein beruflicher Absturz gefolgt, aber es wurde eine relativ weiche Landung in den Armen der Bäume und von Mutter Erde. 

Seitdem spüre ich eine unglaubliche Dankbarkeit und tiefe Verbundenheit mit meinen Baum-(Ur-)-Großmüttern und BaumfreundInnen, mit dem Wald und den Naturwesen, die mir und meiner Familie bis heute sehr nahe sind und zur Seite stehen…

Wie alles begann…

Schwer zu sagen, wie und wann mein Weg als Kursleiterin genau begann, denn es gibt mehrere Anfänge, die alle mehr als 33 Jahre zurück liegen. Auch davon möchte ich in diesem Blog nach und nach berichten.
Aber wie die Idee zu diesem Blog entstanden ist, das möchte ich heute erzählen! 

In verschiedenen Netzwerken tauchte in der letzten Zeit der Begriff „Die Reise des Helden“ z.B. im Zusammenhang mit dem Ansatz des Storytelling auf, anhand der wir unsere Lebensreise wie einen Mythos nacherleben und auch erzählen können. 
Das ist ein Konzept des Mythenforschers Joseph Campbell das bereits in den 80ger Jahren bekannter war. Es wurde dann von Peter Orban, einem bekannten Psychologen, aufgegriffen und in seinem Buch „Die Reise des Helden“ auf den Selbstfindungsprozess des Menschen angewendet. Damals gab es dann auch eine Kassettenreihe mit den Fantasiereisen zur Selbsterforschung der eigenen Reise des Helden!

Peter Orban lernte ich 1987 auf einem Kongress „Transpersonale Psychologie“ auf Lanzerote kennen, bei dem ich einem Auftrag hatte alle Vorträge zu filmen und dafür an den Workshops teilnehmen konnte. Denn seit 1985 war ich nach einem Praktikum im Toulouse-Lautrec-Institut freie Mitarbeiterin dieses spirituellen Kinos in Hamburg geworden, wo ich auch meinen ersten Mann und den Vater meines großen Sohnes kennen lernte…

1988 waren wir dann mit dem „Toulouse“ umgezogen, hatten einen Verein gegründet und ich dort begann ich in meinen Semesterferien erste selbst organisierten Kurse anzubieten. Gleichzeitig studierte ich weiter an der Universität Hildesheim Kulturpädagogik und fing dort an als Tutorin erste kreative Schreibseminare zu leiten. 

Und mein erster Kurs 1988 im Toulouse – Institut für ganzheitliche Kultur e.V. hieß: „Die Reise des Helden – von Peter Orban“!!! In diesem Kurs spielte ich schlicht und ergreifend die Fantasiereisen vom Band ab und tauschte mich darüber mit den TeilnehmerInnen anschließend aus….

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon einige Jahre Erfahrung in der Assistenz von Releasingseminaren und der Leitung regionaler Übungsgruppen, die ich übernommen habe, wenn meine Releasingausbilder Dr. Isa und Yolanda Lindwall nicht in Deutschland waren…. aber das ist eine andere Geschichte, die bereits 1984 begann und später hier erzählt werden wird…

Hier nun ein Bild von meiner ersten Kursausschreibung, noch mit Letraset gesetzt und auf Schreibmaschine getippt. Ja so fing das an…. 

Und als ich bei Mira im Online-Workshp zum Storytelling gefragt wurde, ob ich die „Reise des Helden“ bereits kenne, fing ich an in meinem Archiv zu graben und entstand die Idee zu diesem Blog in dem ich meine Geschichte erzähle….

Sehr bald wurde dann aus der „Reise des Helden“ die „Reise der Heldin“, die mich als Kurskonzept dann viele Jahre begleitet hat, aber das ist eine andere Geschichte, die bald dann auch bald erzählt werden will….