Nachdem ich mir mehr Gedanken machte über die 11-er Rhythmen in meinem Leben, wurde mir bald sehr klar, wie einschneidend die Erfahrungen waren, die ziehmlich genau vor 11 Jahren ihren Anfang nahmen.

Und in gewisser Weise begann genau vor 11 Jahren mein Weg mit der heilenden Kraft der Bäume,  denn zu dieser Zeit erfuhr ich von meiner Schwangerschaft mit meinem jüngsten Sohn, die von Anfang an eine große Herausforderung war. Nachdem ich mehrere Fehlgeburten hatte, war natürlich sofort die Sorge groß, auch dieses Kind wieder zu verlieren. 

Gleichzeitig war ich als Selbstständige mitten im Aufbau meiner Freien Akademie auf dem Weg, die bereits zwölf Honorrarkräfte und eine feste Angestellte hatte und nebenbei schrieb ich mein zweites Buch…

Kaum waren die heiklen ersten drei Monate rum, begannen die neuen Sorgen um das Leben meines Kindes nach einem auffälligen Organscreening in der 21. SSW…

In dieser schwierigen Schwangerschaft hat mir bereits sehr meine Beziehung zur Natur, zu meinen schamanischen Krafttieren und zu bestimmten Kraftorten, vor allem unter Bäumen geholfen, an denen ich Kraft, Einsichten und Sinnbilder in der Natur für meine Situation fand.

Besonders dann nach der Frühgeburt meines Sohnes in der 30. SSW war eine alte Buche im Krankenhauspark wie eine wohltuende, weise Großmutter für mich. Bei ihr fand ich Geborgenheit, Trost und Unterstützung in den Zeiten, wo ich nicht bei meinem Sohn in der Intensivstation sein durfte – und das waren leider viele.

Als er nach einem Jahr endlich aus der Intensivstation nach Hause entlassen wurde, waren wir regelmässig ganze Tage im Wald, es gab auch eine sehr schöne Waldtaufe, noch mit Monitor und Sauerstoffflasche dabei…

In diesen ersten Jahren hatte ich dann sehr wenig Zeit für Meditation, schamanische Trommelreisen oder andere zeitaufwendige Methoden in meine Kraft zu kommen und Klarheit zu finden. Aber Waldgänge mit Fragen zu verbinden, sogenannte Medicinewalks in der Natur, haben mich in diesen Jahren unglaublich gestärkt und mir immer wieder Antworten auf existentielle Fragen gegeben.

In dieser Zeit musste ich auch meine Freie Akademie als Teilinsolvenz abwickeln und meine gesamte Selbstständigkeit neu organisieren. Gleichzeitig erschien auch ziehmlich unbeachtet mein zweites Buch „Dem Ruf der Seele folgen“.

Und auch wenn mein Mann komplett Elternzeit genommen hatte, waren wir beide extrem gefordert in diesen ersten Jahren mit der Begleitung eines Kindes mit Mehrfachbehinderung. Besonders mit den ständigen Ängsten umzugehen, war meine größte Herausforderung, wo die Bäume und die Natur meine wichtigsten GesprächspartnerInnen und UnterstützerInnen waren.  

Dem beruflichen Höhenflug war damit ein beruflicher Absturz gefolgt, aber es wurde eine relativ weiche Landung in den Armen der Bäume und von Mutter Erde. 

Seitdem spüre ich eine unglaubliche Dankbarkeit und tiefe Verbundenheit mit meinen Baum-(Ur-)-Großmüttern und BaumfreundInnen, mit dem Wald und den Naturwesen, die mir und meiner Familie bis heute sehr nahe sind und zur Seite stehen…